"Ich möchte in einer Stadt arbeiten, die mir am Herzen liegt."

Hede Edelhoff ist neue Leiterin im Fachdienst Bauordnung

Hede Edelhoff ist neue Leiterin im Fachdienst Bauordnung
Hede Edelhoff leitet seit August den Fachdienst Bauordnung. Foto: Roland Edelhoff

Hede Edelhoff hat zum 1. August die Leitung des Fachdienstes Bauordnung übernommen. Nach gut zwei Monaten bei der Stadt Lüdenscheid ist ihr Terminkalender fast lückenlos gefüllt, an der Wand in ihrem Büro hängen Basteleien ihrer Tochter und die Gesichter, die ihr auf dem Flur begegnen, sind zunehmend vertraut.

Haben Sie sich schon gut eingelebt?

Ja, auf jeden Fall. So viel Zeit war dafür auch gar nicht. Die Stelle war ja eine ganze Weile nicht besetzt, also musste ich ins kalte Wasser springen und sofort loslegen. Das war aber auch gut so.

Sie sind ja mittlerweile schon einige Wochen bei der Stadtverwaltung. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Tag?

Im Büro wurde ich von einem Blumenstrauß und einer Willkommens-Karte begrüßt. Das hat mich sehr gefreut, denn ich finde, das ist keine Selbstverständlichkeit. Anstrengend war der erste Tag aber schon. Unser Fachbereichsleiter Herr Bärwolf hat mich herumgeführt, damit ich einen Überblick bekomme, mit welchen Fachdiensten ich verstärkt zu tun haben werde und wer die jeweiligen Ansprechpartner sind. Das waren viele neue Gesichter und Namen.

Wie hat es sich angefühlt, in ein völlig unbekanntes Team zu kommen - und dann auch noch als Leitung?

Das war spannend. Ich habe am Anfang mit allen ein persönliches Gespräch geführt, um zu verstehen, wie jeder Einzelne tickt. Ich möchte mit jedem individuell umgehen - und das geht nur, wenn man die Menschen kennenlernt. Natürlich versuche ich auch immer mal wieder etwas von mir zu erzählen. So sind wir im Team recht schnell auf eine persönliche Ebene gekommen. Ich bin begeistert von meinen Kollegen. Alle sind unheimlich freundlich und hilfsbereit - und vor allem auch sehr versiert.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie die Stelle der Fachdienstleitung übernommen haben?

Ich war gute acht Jahre lang als Sachbearbeiterin in der Bauordnung bei der Stadt Menden. Dort habe ich mich täglich mit Baugenehmigungen, Schlussabnahmen, Bauzustandsbesichtigungen und wiederkehrenden Prüfungen befasst. Mit den Strukturen einer Stadtverwaltung war ich also schon vertraut. Davor habe ich in Aachen Architektur studiert und nebenher beim Aachener Institut für Bauschadensforschung gearbeitet.

Von Aachen nach Menden und jetzt nach Lüdenscheid. Wie kam das?

Ich bin in Schalksmühle aufgewachsen und in Lüdenscheid zur Schule gegangen. Nach dem Studium hat es mich dann wieder Richtung Heimat gezogen. Dass die Stelle in Lüdenscheid genau zu dem Zeitpunkt ausgeschrieben wurde, als ich eine berufliche Veränderung angestrebt habe, war ein glücklicher Zufall.

Sind Sie also zur Lüdenscheiderin geworden?

Ich pendle täglich aus Menden, das funktioniert sehr gut. Wir haben viel Zeit in unser Haus dort gesteckt, da kam ein Umzug nicht in Frage. Ein wenig Abstand zum Arbeitsort finde ich auch nicht verkehrt. Bis ich in Menden bin und meine Tochter vom Kindergarten abhole, habe ich dann den Kopf wieder frei.

Wie bekommen Sie Beruf und Familie unter einen Hut?

Ich war sehr froh, dass ich mit 33 Stunden in Teilzeit arbeiten kann. Ich kenne sonst kaum Führungspositionen, wo das möglich ist. Da ist Lüdenscheid schon sehr innovativ. Auch die Möglichkeit, hin und wieder im Homeoffice zu arbeiten schafft mehr Flexibilität.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich führe viele, viele Gespräche. Sobald im Team Fragen oder Probleme auftreten - sei es bei der Erteilung von Baugenehmigungen, bei wiederkehrenden Prüfung von Gebäuden oder in der Gefahrenabwehr, beispielsweise im Falle von einsturzgefährdeten Gebäuden - bin ich mit im Boot. Zum anderen spreche ich natürlich auch mit Architekten und Bauherren. Gerade jetzt am Anfang habe ich versucht, möglichst viele Architekten kennenzulernen.

Ist es dabei von Vorteil, die Stadt bereits zu kennen?

Das ist mir persönlich einfach unheimlich wichtig. Ich möchte die Stadt nicht nur kennen, sondern mich auch mir ihr identifizieren können. Gerade wenn es ums Thema Bauen geht, sollte einem die Stadt am Herzen liegen.

In der Vergangenheit war der Fachdienst Bauordnung personell stark überlastet. Ist das immer noch so?

Aktuell sind wir noch sehr knapp besetzt, das stimmt. Am 1. Oktober hat jedoch ein neuer Kollege angefangen, am 1. Januar kommt eine weitere neue Kollegin und dann haben wir noch eine Stelle ausgeschrieben. Ich gehe also davon aus, dass wir im Laufe des nächsten Jahres so aufgestellt sind, dass die Bearbeitungszeiten wieder kürzer werden.

Zu guter Letzt: Gibt es gerade ein Projekt oder Vorhaben, das Sie besonders spannend finden?

Das Bauvorhaben der Terragon am ehemaligen P&C Gebäude. Ich glaube, darauf bin nicht nur ich gespannt, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger.

Lüdenscheid, 16.10.2020