Gräber versehentlich vorzeitig geräumt

STL und Bürgermeister entschuldigen sich bei Angehörigen

Blumen lehnen an einem Grabstein.
Symbolfoto: Caroline Attwood/Unsplash.com

Auf dem kommunalen Waldfriedhof am Piepersloh sind im April vier Gräber vorzeitig eingeebnet worden. Dabei habe es sich um ein Versehen gehandelt, erklärt der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid. Der STL räumt einen sehr schweren und äußerst bedauerlichen Fehler ein und entschuldigt sich zusammen mit Bürgermeister Sebastian Wagemeyer ausdrücklich und in aller Form bei allen Angehörigen.

Mitte April liefen auf dem Waldfriedhof, für deren Unterhaltung der STL zuständig ist, die Ruhezeiten von zwölf Gräbern ab. Wie üblich hatte der Fachbetrieb die Hinterbliebenen rund drei Monate im Voraus darüber informiert, dass die Ruhestätten daher demnächst eingeebnet, also aufgelöst werden würden. Bei den Arbeiten wurden allerdings auch vier Gräber geräumt, bei denen die jeweilige Ruhezeit noch zwei, fünf und zweimal sogar knapp 18 Monate betrug.

"Das hätte selbstverständlich nicht passieren dürfen", stellt STL-Chef Heino Lange klar. "Ein Grab steht für das würdevolle Andenken an einen geliebten Menschen und hat für die Hinterbliebenen eine vor allem emotional unschätzbar wichtige Bedeutung." Für Lange ist es daher "dementsprechend bedauerlich und unangenehm, aber selbstverständlich auch ärgerlich, dass ein solch schwerer Fehler gleich viermal passiert ist."

"Wir bedauern das sehr"

In zwei Fällen hätten die verantwortlichen Mitarbeiter "vermutlich nur auf die Jahreszahl geachtet, nicht aber auf das Datum" auf dem Grabstein. Warum auch zwei Ruhestätten eingeebnet wurde, die noch bis Oktober 2022 hätte belegt sein sollen, kann sich Lange dagegen nicht erklären. Fest steht für ihn aber: "Das war definitiv keine Absicht, sondern ein Versehen und eine Unachtsamkeit. Wir bedauern sehr, dass sich diese Vorfälle nicht rückgängig machen lassen."

Heino Lange und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer bitten die Hinterbliebenen um Entschuldigung. "Von einem Verstorbenen Abschied zu nehmen, fällt uns allen schwer. Das gilt ganz besonders für die Beisetzung, aber natürlich auch für den Moment, in dem eine Ruhestätte aufgelöst wird. Wir möchten uns daher ins aller Form für die Unachtsamkeit entschuldigen, die dazu geführt hat, dass diese Gräber früher als vereinbart eingeebnet worden sind", schreiben Lange und Wagemeyer.

STL richter auf Wunsch symbolische Ruhestätte ein

Der STL und die Stadtverwaltung bieten den Hinterbliebenen an, die versehentlich vorzeitig geräumten Gräber durch symbolische Ruhestätten zu ersetzen. "Vielleicht kann das den Schmerz zumindest ein wenig lindern", hoffen Lange und Wagemeyer. Auf schriftlichem Wege hat sich die STL-Werkleitung in zwei Fällen bereits bei Betroffenen bereits entschuldigt. "Auf Wunsch machen wir das selbstverständlich auch persönlich", so Lange. In zwei weiteren Fällen versucht der Betrieb noch, Kontakt aufzunehmen.

Beide betonen, dass der STL bei der Unterhaltung der beiden kommunalen Friedhöfe besonderen Wert auf Sorgfalt und Respekt legt. "Seit über zwölf Jahren bin ich für den Geschäftsbereich Friedhof zuständig. In dieser Zeit ist ein solcher Fall meines Wissens noch nie vorgekommen", sagt Lange - und verweist auf ein "normalerweise reibungslos funktionierendes System". Die Gräber auf beiden kommunalen Friedhöfen sind in einem Katastersystem erfasst. Dadurch hat der STL die 25 bzw. 30 Jahre währenden Ruhezeiten jeder einzelnen Grabstätte - knapp 4000 sind es allein am Piepersloh - jederzeit genau im Blick.

Lüdenscheid, 21.05.2021