Neuauflage der Wunderkammer: Digitalisierung im Fokus

Künstlertrio "RaumZeitPiraten" mit Installation in den Museen

Ausschnitt aus dem Werk der RaumZeitPiraten
Ein kleiner Teil der raumfüllenden Maschine der "RaumZeitPiraten". Foto: Merle Stickdorn

Die Wunderkammer der Zukunft in den städtischen Museen geht in die nächste Runde. Die Eröffnung der "World Wide Wunderkammer", die das Thema Digitalisierung in den Mittelpunkt rückt, ist für Samstag, 5. Juni, geplant. Den Auftakt macht das Künstler-Trio "RaumZeitPiraten" mit einem Werk der besonderen Art.

Die Installation von Tobias Daemgen, Jan Ehlen und Moritz Ellerich stellt das Verhältnis von Mensch und Maschine in den Fokus. Ihr Werk beschreiben sie selbst als "virtuelles Netz aus Licht und Klang". Sobald der Besucher den Ausstellungsraum betritt, wird er Teil dieses Netzes und beeinflusst mit seiner Anwesenheit die Maschine, die mit Licht- und Soundeffekten auf ihre Umgebung reagiert. "Die Maschine hat nach und nach ein Eigenleben entwickelt, ist uns sozusagen aus den Händen gerutscht", erklärt Tobias Daemgen. "Es gibt keine Programme, die streng und gezielt ablaufen. Das Spielerische steht im Vordergrund."

Das Künstlertrio RaumZeitPiraten beim Aufbau ihres Kunstwerks
Tobias Daemgen, Moritz Ellerich und Jan Ehlen (von links) haben in den Museen tagelang ihr aufwändiges Kunstwerk aufgebaut. Foto: Merle Stickdorn

In den Museen wird darüber hinaus auch ein Film über die bisherigen Veranstaltungen in der "Wunderkammer" zu sehen sein. Außerdem soll eine neue Website (wunderkammer-zukunft.de), die in Kürze online geht, die Wunderkammer möglichst allumfassend abbilden. Beispielsweise werden hier Interviews mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zu finden sein. Eine weitere Idee besteht darin, die Glasfassade der Museen für einen Video-Screen zu nutzen. So könnten Passanten bei Dunkelheit von der Straße aus einen Eindruck davon bekommen, was in der Wunderkammer passiert.

"Wir haben uns in der Planung für eine Hybrid-Version entschieden", erklärt Ulrike Tütemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Museen. Gemeinsam mit dem Lichtkünstler Tom Groll hat sie die Wunderkammer maßgeblich mit organisiert. "Wir möchten digitale Inhalte schaffen, aber den Menschen auch unmittelbare Erlebnisse vor Ort bieten - gerade weil das in der Pandemie so lange nicht ging." Rund 120.000 Euro Fördermittel steuert die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms "dive in" für das neue Projektjahr bei. Das Programm unterstützt Kulturinstitutionen dabei, digitale Formate zu entwickeln und so auf die neuen Anforderungen in der Pandemie zu reagieren.

Lüdenscheid, 21.05.2020