STL holt "Hochwasser-Sperrmüll" ab

Sammelaktion mit Unterstützung aus dem Ruhrgebiet

Drei Fahrzeuge des STL stehen nebeneinander.
Symbolfoto: Sven Prillwitz

In vom Hochwasser betroffenen Gebieten holt der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) Sperrmüll und Elektroschrott ohne vorherige Anmeldung ab. Anwohner sollen alles, was dem Hochwasser zum Opfer gefallen ist, am Straßenrand deponieren. Die groß angelegte Sammelaktion beginnt am Mittwochmorgen, 21. Juli, und soll eine Woche später abgeschlossen sein. Möglich wird das auch durch Unterstützung aus dem Ruhrgebiet.

Die Städte Dortmund, Hamm und Recklinghausen schicken jeweils einen Müllwagen nach Lüdenscheid. Hilfe, die aus drei Gründen dringend notwendig sei, verrät STL-Chef Heiko Lange. Zum einen verzeichne der Entsorgungsbetrieb in der Corona-Pandemie etwa 50 Prozent mehr Sperrmüll-Anmeldungen als sonst. Alle in Lüdenscheid verfügbaren Container seien daher schon länger bis Ende Juli ausgebucht.

Zum anderen sei nach dem Hochwasser, das vor allem in den Stadtteilen Brügge und Brüninghausen zahlreiche Schäden anrichtete, mit immensen Mengen an Sperrmüll und Elektroschrott zu rechnen, so Lange. Und schließlich sei der STL - neben seinem eigentlichen Tagewerk - auch damit beschäftigt, die zahlreichen Schäden zu dokumentieren und zu beseitigen, die die Naturkatstrophe an Straßen, Brücken, Treppenanlagen und Mauern angerichtet habe. "Das alles ist eine gewaltige zeitliche und personelle Herausforderung", sagt Lange.

STL fährt auch Gefahrstoffe ab

Die schnelle und unkomplizierte Hilfe für Betroffene sei ein wesentlicher Baustein bei der Bewältigung der Hochwasser-Folgen. Deswegen habe der STL entschieden, dass Anwohner in überschwemmten Gebieten auch unbrauchbare Lackdosen, Benzinkanister und andere Gefahrstoff-Behälter zur Entsorgung abstellen dürfen. Und: "Wenn dann noch Möbel dabei sind, die ohnehin demnächst hätten wegkommen sollen, nehmen wir die natürlich auch mit, wenn wir einmal unterwegs sind", kündigt Lange an. Diesen Service dürfen auch Anwohner nutzen, die von Überschwemmungen verschont geblieben sind.

Am Mittwochmorgen soll ein genauer Zeit- und Einsatzplan für die Sammelaktion festgelegt werden. Danach rücken die Müllwagen nach Brügge, Brüninghausen, Wettringhof, in die Mintenbecke und zum Schloss Neuenhof aus. Aller Voraussicht nach wird der STL auch in Oberbrügge Sperrmüll und Elektroschrott einsammeln - hinter der Stadtgrenze, auf Halveraner Gebiet. "Wir wurden gefragt, ob wir hier helfen können. Und das würden wir natürlich machen", stellt Lange klar, denn: "In der kommunalen Familie müssen wir zusammenhalten."

Lüdenscheid, 21.07.2021